Zukunftszentrum

Thema Zukunftszentrum

Thema Zukunftszentrum

Foto: picture alliance / JOKER | Marcus Gloger

Bis 2028 entsteht in Ostdeutschland das 'Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation'. In einem Gebäude mit einer besonderen Architektur soll ein Ort entstehen, an dem die Erfahrungen und Leistungen der Menschen aus und in Ostdeutschland in den letzten 30 Jahren sichtbar gemacht werden. Es soll um die Erforschung der Bedingungen für eine Transformation von Wirtschaft und Gesellschaften gehen, um die Anerkennung von Lebensleistungen, an einem lebendigen Ort der Kultur, des Dialogs und der Diskussionen über Erfolge, Chancen und Folgen der Umbrüche, die sich in den letzten Jahr-zehnten ereignet haben und ganz individuell erlebt wurden - und was das für unser Zusammenleben heute bedeutet.
Der Wettbewerb für den Standort des Zentrums in einem der ostdeutschen Länder wurde heute als ein erster Schritt hin zur Realisierung gestartet.

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Anfang kommenden Jahres steht fest, wo das Zentrum gebaut wird. Der Architekturwettbewerb startet unmittelbar im Anschluss. Die Eröffnung ist für 2028 geplant. Bereits in den kommenden Jahren wird das Zentrum durch verschiedene Projekte auch in seinen Inhalten sichtbarer und für die Menschen erfahrbarer werden. Das Zukunftszentrum wird vor allem ein Ort für die Menschen und mit den Menschen in ganz Deutschland und aus Europa, daher sollen Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft in den Entstehungsprozess und in die Arbeit des Zentrums eng eingebunden werden.       

Woher kommt die Idee für ein Zukunftszentrum?

Die Einrichtung des Zukunftszentrums ist ein Vorschlag der Kommission „ 30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ im Jubiläumsjahr 2020.
Die Bundesregierung beauftragte daraufhin eine unabhängige, beratende Arbeitsgruppe mit der Erstellung eines detaillierten Konzepts für das Zukunftszentrum, das jetzt Basis der weiteren Arbeiten ist.

Die Umsetzung der Idee zur Einrichtung des Zukunftszentrums wurde am 4. Mai 2022 duch einen Kabinettbeschluss von der Bundesregierung und mit Beschluss vom 18. Mai 2022 durch den Deutschen Bundestages bekräftigt.

Was soll das Zukunftszentrum werden, was ist das Ziel?

Das Zukunftszentrum füllt eine Leerstelle, die noch 32 Jahre nach der Wiedervereinigung zu spüren ist. Die Deutsche Einheit ist vollendet, vollkommen ist sie noch nicht. Das Zentrum ist daher eines der wichtigsten Projekte zur Festigung der Einheit Deutschlands in den kommenden Jahren.
Als Deutschland 1990 seine vier Jahrzehnte währende Teilung überwinden konnte und aus zwei deutschen Staaten ein vereintes Land wurde, fielen die Konsequenzen sehr unterschiedlich aus. Im Westen veränderte sich zunächst wenig. Im Osten dagegen brachte die Vereinigung einen Systemumbruch mit sich, eine große, lange dauernde Transformation aller Bereiche des Lebens.
Das Zukunftszentrum wird ein Ort sein, an dem sich unser Land auf verschiedenen Ebenen mit der Auswirkung dieser Transformationsprozesse auf unsere heutige Gesellschaft auseinandersetzt. Weil der Umbruch dort am härtesten war, und weil sein Beitrag zum heutigen Deutschland nicht immer ausreichend gewürdigt wird, entsteht das Zukunftszentrum ganz bewusst im Osten Deutschlands. Im Zukunftszentrum werden gesellschaftsrelevante Forschung, Dialog und Begegnung sowie Kunst und Kultur einen Raum erhalten und es soll Knotenpunkt eines europäischen Netzwerks werden und die Transformationsperspektive der mittel- und osteuropäischen Nachbarn einbeziehen. So werden auch die Umbruchserfahrungen und -leistungen der Menschen in Mittelosteuropa gewürdigt sowie ein gesamteuropäischer Resonanzboden zum Thema Transformation geschaffen. Gerade nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ist diese enge Verbindung mit unseren Nachbarn in Mittel- und Osteuropa besonders wichtig.
Das Zentrum soll ein Ort sein, an dem nach vorn geschaut wird, an dem darüber gesprochen wird, wie wir miteinander leben wollen angesichts der Herausforderungen, vor denen wir stehen: Im Umgang mit den vor uns liegenden Transformationsprozessen gerade auch in Ostdeutschland. Bei Energiethemen, der Demografie, beim Umgang mit Digitalisierung und anderen Innovationsprozessen, können wir viel voneinander lernen. Der Blick über den Tellerrand führt daher auch zu uns zurück, weil er zeigt, dass Deutschland seinen Einfluss im politisch unruhigen Europa nur als wirklich vereintes Land und nicht als Ost- und West-Teil ausüben kann. Damit soll das Zukunftszentrum einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie und des Zusammenhalts in Deutschland und in Europa leisten.

Die Schritte auf dem Weg zum Zukunftszentrum

Am 1. Juli hat die Bundesregierung den Wettbewerb um den Standort für das Zukunftszentrum für deutsche Einheit und Europäische Transformation gestartet, am 30.9. lief die Bewerbungsfrist ab.

Beworben haben sich sieben Städte: Eisenach, Frankfurt/Oder, Halle/Saale, Jena, Leipzig gemeinsam mit Plauen, Mühlhausen und Sonneberg.

Anfang November tagt das erste Mal die für eine Empfehlung an die Bundesregierung für den Standort eingesetzte unabhängige Jury und wird über die Bewerbungen beraten. In die Jury für die Auswahl der Kommune, in der das Zukunftszentrum bis 2028 errichtet werden soll, wurden von Staatsminister Carsten Schneider folgende Persönlichkeiten berufen:

Marianne Birthler, Katrin Budde, Dr. Marta Doehler-Behzadi, Prof. Dr. Raj Kollmorgen, Basil Kerski, Monika Lazar, Prof. Dr. Astrid Lorenz, Prof. Dr. Steffen Mau, Dr. Thomas de Mazière, Dr. Reimar Molitor, Cornelia Pieper, Matthias Platzeck, Ulrike Poppe, Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Dr. Barbara Steiner.

Ab Mitte November wird die Jury die Bewerberstädte bereisen und sich auch vor Ort einen Eindruck von dem jeweils vorgeschlagenen Grundstück zu machen. Die Entscheidung über den Standort fällt Anfang 2023. Sobald der Standort feststeht wird der Architekturwettbewerb für den Bau des Zentrums vorbereitet.